Vorbild dringt tiefer als Worte

Kernige Aussagen zur Führung, wie diese, sollten immer mit angemessener Skepsis betrachten. Denn Führung ist ein systemisch höchst komplexer Prozess und findet immer in einem bestimmten Kontext statt. Erst vor diesem Hintergrund erhalten Aussagen ihre Bedeutung. In unserem Verständnis gibt es also keine absoluten Führungswahrheiten, sondern immer nur subjektive, kontextabhängige. Einfache Regeln können nur einen bestimmten Teil des Geschehens fokussieren.

Nichtsdestotrotz sind „Do what you preach and walk the talk“ ein Grundsatz für Glaubwürdigkeit in der Führung und eine Voraussetzung dafür, ein Führungs- und Betriebsklima zu schaffen, das stabil und robust genug ist, mit den Herausforderungen des – durchaus vertrauensgefährdenden – Alltags erfolgreich umzugehen. Denn Vertrauen ist ein flüchtiges Gut.

Welche Möglichkeiten habe ich als Führungskraft, die Vertrauenskultur in meinem Umfeld zu verbessern?

Eine mögliche Antwort:

Jede Führungskraft sollte sich zunächst um ihren Verantwortungsbereich bemühen und dort mit vertrauensbildenden Maßnahmen werben. Entsprechende Vorschläge und Anregungen kann jeder natürlich auch „nach oben“ machen. Fragen zur Unternehmens- und Führungskultur gehören zum normativen Management und damit primär in den Verantwortungsbereich des Top-Managements. Das tagtägliche berufliche „Heimatgefühl“ wird allerdings immer stark durch die unmittelbar erlebten Führungskräfte vor Ort bestimmt.